Kunst & Kultur digital -Museen, Schlössern und Gärten als Alternative im Lockdown

Kunst & Kultur digital – Museen, Schlössern und Gärten als Alternative im Lockdown

Hessens Landeseinrichtungen ermöglichen ausgefallene Online Besuche

Vielen Familien fällt in der Corona-Krise die sprichwörtliche Decke auf den Kopf, weil Sport, Kino und viele andere Freizeitbeschäftigungen derzeit wegfallen. Was also tun, wenn nach dem Home Schooling die Langeweile dräut?

Alternativen zu Fernsehen, Computerspielen und TikTok-Gealber bieten die hessischen Landesmuseen, Schlösser und Gärten an – vom virtuellen Besuch per 360-Grad-Aufnahme über Mitmachaktionen bis zur kuratierten Führung per YouTube. Und viele der Parks und Gärten kann man auch noch ganz in echt besuchen.

Blick auf die Digitalen Angebote Das Hessische Landesmuseum Darmstadt, gerade 200 Jahre alt geworden, zeigt in der Videoserie „Museum A bis Z“ kurze Clips zu jedem Buchstaben des Alphabets mit spannenden Fakten von A wie Architektur über I wie Insekten bis Z wie Zeitalter. Zur Ausstellung über den Künstler Tomás Saraceno gibt es ein virtuelles Rahmenprogramm, unter anderem mit der Filmreihe „Tomás Saraceno im Gespräch mit…“. Und alle zwei Monate lädt das Museum zum Plausch auf dem Grünen Sofa ein: ein Podcast mit Museumsdirektor Dr. Martin Faass, Künstlerinnen und Künstlern und vielen Expertinnen und Experten.

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk) bündelt im digitalen Kulturlieferdienst „Kultur & Co“ viele Reisewege durch die Kunstgeschichte über Social-Media-Kanäle und Website der mhk. So lädt die mhk in der weltweiten Mitmach-Aktion #tussenkunstenquarantaine dazu ein, Kasseler Kunstwerke zuhause nachzustellen. 360-Grad-Aufnahmen beamen Userinnen und User vor Schloss Wilhelmshöhe oder die Orangerie, und sie können durch eine 3D-Rekonstruktion des Marmorbades wandeln. Die Augmented-Reality-App bringt umgekehrt den Apoll aus der Antikensammlung ins heimische Wohnzimmer.

Die Parks der MHK laden zu abenteuerlichen Spaziergängen ein. Dafür gibt es Entdecker-Karten und Rallyes mit spannenden Aufgaben, Spielen und Infos gerade für Familien – mit Abstand zu anderen Parkbesuchern, versteht sich.  Auch die Staatlichen Schlösser und Gärten bieten interaktive Rallyes an, so genannte „Bounds“.

Im Prinz-Georg-Garten Darmstadt etwa zu den Themen „Geometrie im Garten“, „Mein Essen wächst im Supermarkt“ und „Blüte, Biene, Birne!“ Dass Schülerinnen und Schüler hier ihre Geometriekenntnisse trainieren, ihr Wissen zur Bestäubung von Pflanzen vertiefen oder sich mit der Frage beschäftigen, wo unser Essen herkommt, merken sie bei all dem Spaß gar nicht. Ende Februar kommt ein Bound zu Bienen und Blüten im Konventgarten des Klosters Seligenstadt hinzu. All das funktioniert per Smartphone oder Tablet über die kostenfreie App Actionbound.

Das Museum Wiesbaden lädt dazu ein, passend zur ab März geplanten naturhistorischen Ausstellung „Kristalle – Von Diamant bis Gips“ Fotos von Höhlen einzusenden, die zuhause aus Kissen und Decken, Stühlen, Tischen und Kartons entstehen. Auch Alexej von Jawlenskys berühmtes Gemälde „Dame mit Fächer“ regt zum Nachbau an, ob aus Gemüse, Tüchern, Papierschnipseln oder in Verkleidung aus der Karnevalskiste.

Ernsthafter ist die Online-Kuratorenführung durch die Winterausstellung „August Macke – Paradies! Paradies?“ mit Kurator Dr. Roman Zieglgänsberger am 4. Februar per YouTube. Zuschauerinnen und Zuschauer können im Chat Fragen stellen.  Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen gehört zur Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL), die eine umfangreiche Website für Kinder und Jugendliche erarbeitet hat.

Die crossmediale Ausstellung “denkmal-europa.de” ermöglicht es allen, spielerisch im eigenen Tempo das baukulturelle Erbe zu erforschen. Im Hintergrund steht die Frage: Was hat das alles mit mir zu tun? Die zum Weltkindertag im September 2020 präsentierte Seite hat den Europa Nostra Award und den Grimme Online Preis erhalten. Als analoge Ergänzung gibt es ein Workbook zum Selbermachen und Weiterlesen, auch im Klassensatz.

Die Keltenwelt am Glauberg präsentiert schon seit Dezember 2020 unter dem Navigator „Keltenwelt-digital“ einen Teil ihrer Objekte in 3D. Langfristig sollen hier neben den Funden vom Glauberg auch Fundstücke aus ganz Hessen zu sehen und zu betrachten sein – das ist für die Forschung interessant, lädt aber auch einfach zum Stöbern und Staunen ein.

Auch das Römerkastell Saalburg zeigt seine Sammlung “digital“auf der Website. In 3D-Modellen, hochauflösenden Fotos und Videos wird die Welt der Römerinnen und Römer lebendig – für Asterix-Fans hochinteressant.


(Quelle: PM – Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst )

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.