Migrantische Perspektiven in der Filmgeschichte

Migrantische Perspektiven in der Filmgeschichte

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 Migrantische Perspektiven in der Filmgeschichte

Filmreihe „Von hier. Filme als Archive der Migrationsgesellschaft“

Vor 60 Jahren wurde das Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Dieses Jubiläum nimmt das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum e.V. zum Anlass, um mit der Filmreihe „Von hier. Filme als Archive der Migrationsgesellschaft“ einen Blick auf die Wechselbeziehungen zwischen Film, Vertragsarbeit und Migrationsbewegungen zu werfen.

Die gezeigten Filme zeigen, wie problematisch Fragen der Zugehörigkeit sind; zudem wird das „Dazugehören“ auch als ein filmgeschichtliches, archivarisches Thema gezeigt: Wessen Geschichten sowie Lebenswelten werden archiviert, präsentiert und damit ins Gedächtnis gerufen? Neben historischen Werken setzt die Filmreihe auf einen Dialog mit der Gegenwart. Einzelne Vorführungen werden begleitet von aktuellen, kürzeren Arbeiten über rassistische Anschläge, Auseinandersetzungen mit der deutschen Kolonialgeschichte und aktuelle Migrationsdynamiken. 

Im Film „Diese spontane Arbeitsniederlegung war nicht geplant“, den auch Staatssekretärin Ayse Asar besuchen wird, blicken Yüksel Ugurlu, Thomas Giefer und Karl Baumgartner neun Jahre nach einem „Wilden Streik“, der in der Mehrheit von türkischen Arbeiterinnen und Arbeitern bei Ford in Köln getragen wurde, zurück auf die Ereignisse und ihre Folgen. Die Filmreihe läuft noch bis zum 28. September 2021. 

„Der Wandel Deutschlands zu einer multikulturellen Gesellschaft, für den das Anwerbeabkommen vor sechzig Jahren der Ausgangspunkt war, hat Künstlerinnen und Künstler fast von Beginn an bewegt. Die Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter und ihre Nachfahren haben Deutschland wirtschaftlich stark gemacht, gesellschaftlich offener und kulturell vielfältiger“, so Staatssekretärin Ayse Asar.

„Diese Erfolgsgeschichte hat aber noch längst nicht alle Gräben zugeschüttet. Die Filme dieser Reihe zeigen unter anderem die Schwierigkeiten und die Entbehrungen, die vielen Migrantinnen und Migranten in Deutschland begegneten und bis heute begegnen. Sie machen aber auch deutlich, dass die damaligen Neuankömmlinge von Anfang an mit den Mitteln der Kunst ihr neues Zuhause reflektiert und Verantwortung dafür übernommen haben, die Zustände zu ändern. Ich bin zuversichtlich, dass diese Filmreihe einen wichtigen Impuls dafür leisten kann, dass die vielfältigen Erzählungen unserer multikulturellen Gesellschaft in ihrer ganzen Breite sichtbar werden – und dass in dem ,hier‘ des Titels ein vielstimmiges ,wir‘ hörbar wird. Das Land Hessen ist diesem Wir verpflichtet, und deswegen hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst diese Reihe gern unterstützt.“ erklärt Staatsekretärin Ayse Avsar.

PM – Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden

Foto von Erik Witsoe auf Unsplash

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