Musikalischer Brückenbau -Jugendphilharmonie der Türkei beim Young Euro Classic 2019

Musikalischer Brückenbau der Extraklasse

Jugendphilharmonie der Türkei, Young Euro Classic 2019, Bild © SanatSever, Franziska Sevik

Musikalischer Brückenbau der Extraklasse

Nationale Jugendphilharmonie der Türkei beim Young Euro Classic

SanatSever - Kunstliebhaber

Berlin feiert den Young Euro Classic. Und dies in diesem Jahr nun schon zum 20. Mal.  Außergewöhnliche junge Orchestertalente aus aller Welt im Alter von 16-22 Jahren, zeigen an 19 aufeinanderfolgenden Konzertabenden vom 19. Juli – 06. August 2019 im großen Konzerthaus von Berlin ihr Können. 

Auch die Nationale Jugendphilharmonie der Türkei unter der Leitung des weltweit bekannten Dirigenten Cem Mansur kündigte Ihre Teilnahme an, mit im Gepäck diesmal sogar die Erstaufführung des Stückes „Silent Echos“ der türkischen Komponistin Füsun Köksal. Ein schöneres und passenderes Geschenk als diese Geste zum Jubiläum der 30-jährigen Städtepartnerschaft von Berlin und Istanbul, in einem derartigen Rahmen hätte man wirklich nicht auswählen können. Ich war natürlich dabei.

Jugendphilharmonie der Türkei beim Young Euro Classic bei der Probe im Konzerthaus Berlin, Bilder © SanatSever, Franziska Sevik

Der Abend des komplett gefüllten Konzertsaales wurde eingeleitet von Carl Maria von Webers Ouvertüre zu „Der Freischütz“, deren Umsetzung schon gleich von Beginn an auf die souverän ausführende Technik des jungen Orchesters hinwies. 

Auch das darauffolgende Zusammenspiel mit dem Solisten Gökhan Aybulus in Sergej Rachmaninows 2. Klavierkonzert überzeugte vollends. Mit ausgesprochener Leichtigkeit und Leidenschaft spielte sich der Pianist in die Herzen des Publikums und bedankte sich über den Zuspruch erfreut mit mehreren Zugaben. 

Verschiedene zunächst ruhige Klangbilder läuteten im zweiten Teil des Konzertes, das mit Spannung erwartete, neue Werk der Komponistin Füsun Köksal, ein. Interpretiert wurden diese durch zwei Streich-Gruppen des Orchesters, als Echo gespiegelt, welche so die Klänge zunehmend in abstrakte und moderne Klangmassen verwandelten. Es zeigt gleichsam den Mut und die Sicherheit der Komponistin, im Übrigen durchaus passend zur heutigen Welt, greift Frau Köksal doch somit gleich unterschiedliche Emotionen auf, welche wechselseitiger nicht sein könnten. 
Auch die darauffolgende altbekannte Symphonie Nr. 8 Beethovens unterstrich noch ein weiteres Mal die konzentrierte und leidenschaftliche Arbeit des jungen Orchesters. Das Publikum war zutiefst begeistert und so zauberten Dirigent und Orchester unerwartet als Überraschung noch die Ouvertüre „Meistersinger“ aus dem Ärmel.

Man erfährt gleichsam Ehrfurcht, Stolz und tiefe Freude für die jungen türkischen Musiker, deren Leistung sich bei weitem nicht mit dem Begriff auf ein Jugendorchester begrenzen lässt. Dies ist dem Leiter und Dirigenten Cem Mansur geschuldet, der seine Musiker mit unermüdlicher Leidenschaft zur Musik führt und zielgerichtet fördert. 
Ein gelungenes Konzerterlebnis der Extraklasse auf höchstem Niveau. 

Hier gehts zum Interview mit dem Nationalen Jugentphilharmonie:

Weitere Informationen zu Cem Mansur.

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